Unsichtbare Eltern

Unsichtbare Eltern

Ein kurzer Augenblick
und alles ist vollständig verändert,
indem alles wieder ist,
wie es ursprünglich war.
Äußerlich hat sich für die anderen nichts sichtbar verändert,
und innerlich passt man plötzlich nicht mehr in sein altes Leben.

(SB/ST im 2.Gedenkgottesdienst für Svea)

Wer wir sind

Wir sind ein Team unsichtbarer Mütter und Väter, die sich über die gemeinsame Gestaltung der Gottesdienste und der Lichterandacht mit Pastorin Birgit Berg kennen gelernt haben.


Warum wir uns als 'unsichtbare Eltern' bezeichnen

In Bezug auf unsere früh verstorbenen Kinder sind wir - selbst für die meisten unserer Verwandten, Freunde und Bekannten - nach außen als Eltern nicht sichtbar geworden. Von anderen werden wir deshalb nicht als Eltern unserer früh verstorbenen Kinder wahrgenommen. Oft sind wir selbst die Einzigen, die von der Schwangerschaft wussten, Ultraschallbilder gesehen haben oder unsere Kinder selbst sehen, begrüßen und verabschieden konnten.

Nach dem Verlust geht man wie gewohnt wieder zur Arbeit, zum Sport oder trifft Freunde. Die Kollegen, Freunde und Bekannten sprechen wie immer über ihre Kinder. Und man selbst ist gerade erst Mutter bzw. Vater geworden und wird so überhaupt nicht wahrgenommen. In Bezug auf unsere für andere nicht sichtbar gewordenen Kinder sind wir daher unsichtbare Mütter und Väter.

Unsichtbarkeit macht auch in Gesellschaft einsam. Und selbst für andere unsichtbare Mütter und Väter um uns herum sind wir zunächst ebenfalls unsichtbar. Durch das Sprechen über unsere unsichtbaren Kinder geben wir uns den anderen zu erkennen und werden für einander sichtbar. Erst dadurch kann aus einer einsamen Rolle eine zumindest in Teilen gemeinsame Rolle werden.



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