Unsichtbare Eltern

Bescheinigung des Standesamts für Sternenkinder unter 500g

Durch eine Ergänzung des Personenstandsrechts ist es für Eltern nunmehr möglich, die Existenz eines nicht lebend zur Welt gekommenen Kindes mit einem Gewicht unter 500g beim Standesamt anzuzeigen. Die Eltern bekommen dann eine amtliche Bescheinigung ähnlich einer Geburtsurkunde für ihr Kind ausgestellt, welche das Dagewesensein ihres Kindes sichtbar dokumentiert.

Zuständig ist das Standesamt des Geburtsorts. Ist das Kind im Krankenhaus geboren oder dort der gynäkologische Eingriff vorgenommen worden, so ist also die Anzeige an das Standesamt zu richten, welches aufgrund der örtlichen Lage des Krankenhaus zuständig ist.

Die Anzeige der Eltern kann auf dem Postweg beim Standesamt eingereicht werden oder vor Ort erfolgen. Die vorherige Absprache eines Termins hat dann den Vorteil, dass die Eltern in ihrer besonderen Situation nach dem Verlust ihres Kindes nicht zwischen wartenden Familien mit ihren neugeborenen Kindern anstehen müssen.

Neben Angaben über die Eltern, den Geburtstag und -ort des Kindes und dessen vorgesehenen Vor- und Nachnamen sollten Kopien folgender Dokumente eingereicht werden: Personalausweis(e), ggf. Eheurkunde, Schriftstück aus dem Krankenhaus oder Seite aus dem Mutterpass, welche die erfolgte Fehlgeburt belegen.

Die Bescheinigung wird in Hamburg kostenfrei und sogar unabhängig davon ausgestellt, wie lange der Verlust des Kindes zurück liegt. Sie begründet keine Ansprüche auf öffentliche Leistungen und ist für die Bestattung des Kindes nicht erforderlich. Mit der Bescheinigung werden vielmehr die Eltern und das Kind in einem amtlichen Dokument sichtbar gemacht, und das Familienbuch kann so um das fehlende Kind „vervollständigt“ werden. Dies kann ein weiterer Schritt auf dem Trauerweg sein.





Änderungen im Personenstandsrecht beschlossen.

Einstimmig hat der Bundestag am 31. Januar 2013 den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung personenstandsrechtlicher Vorschriften verabschiedet.



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